Base-Gestaltung 3: Details

Lese Zeit: 8 Minuten

Wir haben uns beim letzten Mal für eine gewisse Art von Base entschieden (Base-Gestaltung 1: Grundlagen der Basegestaltung) und den Untergrund mit einer passenden Struktur versehen. Das Ergebnis ist eine anschauliche Oberfläche, durch unsere Bemalung kommen die Höhen und Tiefen der Struktur schön zur Geltung. (Base-Gestaltung 2: Strukturen)

Nun wollen wir uns dem Tüpfelchen auf dem „i“ widmend, nämlich den Details auf der Base.

Steine und Felsen

Dem Maßstab entsprechend können schon aus kleinen Kieselsteinen auf der kleinen Fläche einer Base ansehnliche Felsbrocken werden. Schotter und kleinere Steinchen werden durch noch feinere Steine dargestellt.

Am besten nimmt man bei einem Spaziergang mal ein paar alte Marmeladengläser mit und befüllt diese mit grobem Sand vom Rand einer Baustelle. (Fragen ist hier immer besser als einfach nehmen!) Dasselbe macht man mit feinem Kies und Split. Verunreinigungen, die von der Straße kommen sind meist okay, sie können zu mehr Vielfalt im Ergebnis führen.

Eine kleine Menge gesammelten Materials reicht meist schon für eine halbe Ewigkeit.

Man kann, will man mehr Einheitlichkeit erreichen, auch Steine im Hobbybedarf kaufen. Diese sind gereinigt und nach Größen sortiert, was manchmal wünschenswert sein kann. Auch Aquariensand und Aquarienschotter eignen sich hervorragend.

Auf die Base aufgebracht werden die Steine dann am Besten mit normalem Holzleim, der bei der Trocknung durchsichtig wird. Man kann aber auch Superkleber verwenden, wenn es schnell gehen soll und nicht zu viele Bases zu bestücken sind.

Ich male meine Steine dann auch gern an; das hab ich am Anfang meiner Hobbykarriere noch nicht gemacht. Ich dachte immer, Steine sehen ohnehin wie Steine aus und wirken auch natürlich. Der Vorteil einer Bemalung ist aber, dass die Farbe für einen einheitlichen Look sorgt. Und außerdem entsteht erst so wirklich die Illusion, dass es sich um größere Felsbrocken und nicht um keinen Kieselsand handelt. Denn unbehandelter Kies sieht eben auch auf der Base immer ein wenig wie Kies aus…

Schädel

Vor allem für Mini-Wargames sind Schädel aller Art ein beliebtes und effektives Mittel der Basegestaltung.

Totenköpfe gibt es in allen möglichen Ausführungen von verschiedensten Herstellern im Hobbyladen zu kaufen, sie bieten auch unterschiedliche Varianten an. Einschusslöcher oder Kerben in menschlichen Schädeln und gespaltene Schädel wirken besonders brutal.

Es gibt aber auch Tierschädel und Gebeine von realen oder von Fantasy-Wesen, mit denen sich eine Base thematisch in eine gewisse Richtung bringen lässt. Hier setzen uns nur unsere eigene Fantasie, unsere investierte Zeit und unser Geldbeutel Grenzen.

Shadows of Brimstone – Goliath: Schadel, Kisten und Flaschen in einer verdorbenen Goldmine

Reste von Bausätzen

Einige Plastik-Bausätze vor allem von Miniaturen-Kriegsspielen sind so gestaltet, dass man beim Zusammenbau aus mehreren Möglichkeiten wählen kann („Multi-Part-Modellbau-Kits“). Die nicht verwendeten Teile bleiben nach dem Zusammenbau des Modells übrig und sollten unbedingt gesammelt werden.

Aus diesen sogenannten Bits können mit wenig Bastelaufwand auf dem Schlachtfeld herumliegende Waffen und Gegenstände aller Art dargestellt werden. Wer es makaber mag, kann aus Armen, Beinen und Schädeln auch abgetrennte Körperteile auf seine Bases kleben. Hier bieten allein schon die verschiedenen Köpfe, die bei vielen Bausätzen häufig übrig bleiben, Möglichkeiten…

Wer so verrückt ist und auch noch verschiedene Armeen sammelt – oder das Glück hat, mit Freunden tauschen zu können – der kann auf diese Weise auch seine eigene Armee mit der eines Lieblingsfeindes verbinden:

Meine Ultramarines etwa trampeln gern auch mal über die Köpfe von Tyraniden, und diese machen das ihrerseits genauso…

Rest eines alten Nekron-Bausatzes machen aus dieser W40K Storm Talon-Base ein Diorama

Die Gussrahmen selbst, die bei jedem Bausatz übrig blieben, kann man übrigens auch verwenden:

Unregelmäßig zerschnippselt und mit dem Hobbymesser eingeritzt, vielleicht sogar noch angebohrt mit dem Hobby-Bohrer, lassen sich industriell wirkende Balken und Leitungen gestalten, die dann übers Schlachtfeld verstreut herumliegen.

Gekaufte und gesammelte Bits

Im Hobbyladen findet man eine Unmenge von Kleinteilen, die sich ebenfalls gut auf Bases verstreuen lassen: Pilze, Flaschen, Kisten, Körbe, Fässer, Ketten, Balken, Baumstümpfe, Äste, Bretter…

Hat man einmal angefangen, sich ein paar Gedanken zum Thema zu machen, fällt einem meist auch immer noch mehr ein, was man alles machen könnte. Schmökern im Rollenspiel-Bedarf und das Plündern anderer Miniaturen-Brettspiele ist ausdrücklich erlaubt!

Grünzeug

Auch im Bereich der Grünpflanzen ist die Auswahl riesig. Von Grasbüscheln über Beflockungsmaterial, bis hin zu Moosflechten, die Büsche darstellen oder gar klitzekleine Blätter, die als Laub herumliegen können, ist alles zu haben.

Außerdem gibt es im Aquarienbedarf eine Menge an Plastikpflanzen. Wenn sie nicht zu grob sind, können wir die Enden und Spitzen dieser grässlichen Dinger gut für unsere Zwecke missbrauchen. Sie müsse nur halbwegs zu unserem Maßstab passen.

Letztlich kann man auch hier wieder mit natürlichem Material arbeiten: Im Garten gefundene, trockene Wurzelstückchen eignen sich hervorragend als Ausgangsmaterial für Sträucher und Bäume. Nur wenn man wirklich echte, grüne Pflanzen verwenden will, wird es etwas aufwendiger: Gras etwa muss man zuvor behandeln, damit es nicht später Probleme gibt, wenn die Pflanzen abgestorben und vertrocknet sind.

Ein paart Dinge sollte man aber beachten, wenn man mit dem genannten künstlichen Grünmaterial arbeiten möchte:

Ich persönlich finde, dass vor allem das einheitlich gefärbte Beflockungs-Material sowie die meisten Grasbüschel („Tufts“) unbehandelt auf den Bases immer etwas unnatürlich wirken. Auch die Plastikpflanzen aus dem Aquarienbedarf haben das Problem, dass sie meist als eben solche erkennbar sind und so unangenehm die Aufmerksamkeit des Betrachters auf sich ziehen.

Daher sollten auch Pflanzen, die wir auf unsere Bases aufbringen, bemalt werden! Bei den Tufts und Flocks geschieht dies am besten mit verschiedenen Washes oder ContrastPaints, die einfach aufgetupft werden können. Plastikpflanzen sollten überhaupt zuerst grundiert und dann bemalt werden: Das ist zwar wieder etwas mehr Arbeit, als sie einfach nur direkt aus der Packung auf die Base zu kleben, aber mit unseren Minis machen wir das ja auch so, nicht wahr? Erst draufkleben, dann anmalen…

Das Moosmaterial, das es oft in großen Mengen auch günstig zu kaufen gibt, wirkt hingegen von Anfang an natürlich und muss meist nicht bemalt werden. Hier allerdings gibt es auf lange Sicht ein leichtes Problem, da sich die Konsistenz des Materials mit der Zeit verändert. Zugegeben, ich spreche hier von mehreren Jahren, aber das Moos auf alten Modellen ist oft nicht mehr so elastisch, wie es zu Beginn war. Wird altes Moos zusammengedrückt, bleibt es als trauriger, zerknautschter Haufen einfach liegen, anstatt sich elastisch wieder aufzurichten. Da muss man dann ein wenig Acht geben.

Weitere Möglichkeiten

Worüber noch gar nicht gesprochen wurde, ist Wasser auf den Bases. Es gibt eine ganze Reihe von Produkten, die hier eingesetzt werden können, Präzision in der Anwendung ist der Schlüssel zum Erfolg, also unbedingt die jeweilige Produktbeschreibung lesen und befolgen!

Wassereffekte sind im Übrigen ein weites Feld, das ein eigenes Kapitel für sich beanspruchen wird. Es macht aber auch wirklich unglaublich viel Spaß! Ob flüssig als Teich, Tümpel oder Fluss, oder als Morast; ob als Sumpf oder gefroren als Eis oder Schnee: Es gibt viele Möglichkeiten, sich hier auszutoben!

Am besten besorgt man sich mal einen Band über den Bau von Hobby-Gelände und schaut sich ein paar Tipps für den eigenen Bedarf ab.

Vorgefertigte Bases

Es gibt übrigens auch eine Reihe von bereits fertig modellierten Bases im Handel, die man einfach nur kaufen, aufkleben und bemalen kann. Man spart sich dadurch vor allem die Arbeit mit der eigentlichen Gestaltung und außerdem würde man so manche Strukturen selbst oft gar nicht hinbekommen.

Diese Bases sind vor allem für Miniaturenspiele eine gute Alternative, die mit wenigen Minis auskommen – etwa Skirmisher („Scharmützel-Spiele“), für die keine endlosen Armeen gesammelt werden müssen.

Für große Armeeprojekte sind die vorgefertigten Bases aber eher ungeeignet, da sie erstens relativ teuer sind, sie zweitens eventuell irgendwann nicht mehr hergestellt werden und dann vergriffen sind. Das kann sehr ärgerlich sein, wenn man nach einiger Zeit seine Armee erweitern möchte, und keine passenden Bases mehr dafür bekommt.

Warhammer 40k – Chaos Dämonen – auf gekaufter Base

Und drittens ist die Varianz dieser gekauften Formen stark begrenzt. In einer Armee mit über fünfzig Modellen etwa kommt es dann schnell zu Wiederholungen, und was ursprünglich einmal toll ausgesehen hat, wird schnell langweilig, wenn es sich zu oft wiederholt.

Probieren und Basteln

Das Wichtigste, wenn es um die Detailgestaltung geht, ist wie immer, dass es Spaß macht! Man kann sich bei der Basegestaltung schließlich so richtig austoben!

Je größer das geplante Projekt ist, desto mehr lohnt es sich im Übrigen, auch ein paar Tests durchzuführen, bevor man loslegt. An einer Armee mit schönen Bases erfreut sich das Auge noch lange nach der Fertigstellung, da lohnt sich an die eigentliche Arbeit in jedem Fall!

Und der Fantasie sind keine Grenzen gesetzt…


Teile diese Seite mit deinen Freunden!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.