1-5 Spieler, ab 12 Jahren, 90-120 Minuten
Fryx Games 2016: Designer: Jacob Fryxelius; Artwork: Isaac Fryxelius
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Wie jetzt – Mars?
Nein, hier geht es nicht um Elon Musk, sondern um das Brettspiel aus dem Jahr 2016! (Obwohl man an dieser Stelle die Sinnhaftigkeit der Projekte der Multimilliardäre Musk, Besos, Branson – und wer sie sonst noch sein mögen – durchaus in Frage stellen kann.)
In diesem Blog geht´s aber nicht um Zivilisationskritik, sondern um ein Spiel, das seit seinem Erscheinen bei mir immer wieder auf den Spieltisch kommt!

Thema
In Terraforming Mars spielt jeder Spieler einen Mega-Konzern, mit dem er in die Terraformung des Planeten investiert. Dabei ist zunächst ein großes Anfangskapital nötig (das die Spieler entsprechend ihrer Start-Auswahl erhalten), im Verlauf des Spiels bauen wir dann immer weiter ein Konglomerat auf, das Ressourcen sowohl erzeugt als auch verbraucht.
Es dauert lange, bis Sauerstoff, Temperatur und Wasser auf dieser unfreundlichen Welt auch nur halbwegs annehmbare Werte erreichen. Und so wird das Spiel auch in Generationen gespielt: Jede Runde stellt eine Generation dar, und ein Spiel dauert je nach Spielerzahl auch schon mal ein duzend dieser Generationen.
Unsere Firma schleppt Asteroiden an und lässt sie auf die Oberfläche des Planeten stürzen, wir bohren nach Wasser und Rohstoffen auf dem Mars, bringen Flechten und Algen aus, bauen Kraftwerke und erhöhen die Temperatur auf der Oberfläche durch den Ausstoß von CO2. – Hier im Spiel ist das tatsächlich eine gute Sache! („Keine Zivilisationskritik!“ habe ich gesagt, verdammt!)
Spielmaterial
In der Tischmitte wird das Spielbrett ausgelegt, auf dem die Marsoberfläche in sechseckige Felder unterteilt ist. Diese werden wir im Lauf des Spiels mit Grünflächen-, Stadt- und Ozean-Plättchen besetzen und so den Mars bewohnbar machen.

Unsere Corporation wird dargestellt durch Karten, die wir von der Hand offen vor uns ausspielen. Mit der Zeit werden diese Karten immer mehr und bilden dabei Synergie-Effekte: Spätere Generationen bauen auf den Errungenschaften der früheren auf. Keine Karte ist im Spiel doppelt vorhanden, und jede hat ihren eigenen Preis, für Abwechslung ist gesorgt.
Die Ressourcen der Corporation hält jeder Spieler schließlich auf seinem eigenen Playerboard fest, und zwar in Form von kleinen farbigen Würfeln: Geld, Stahl, Titan, Pflanzen, Energie und Wärme können produziert und dann auch wieder in Karten reinvestiert werden.

Mechanik
Jede Runde (Generation) besteht aus einer Reihe von Phasen: Zuerst wechselt der Startspieler (um keine unfairen Startvorteile aufkommen zu lassen), dann werden Karten nachgezogen, die die Spieler kaufen können (Forschungsphase).
Anschließend darf jeder Spieler reihum immer je eine oder zwei Aktionen ausführen, und zwar so lange, bis alle Spieler keine Aktion mehr machen können oder wollen, und deshalb gepasst haben.
In dieser Aktionsphase werden Karten von der Hand gespielt und mit Hilfe der verfügbaren Ressourcen bezahlt. Außerdem können noch Karteneffekte von bereits ausgespielten Karten eingesetzt werden, oder es werden direkt Ressourcen vom Playerboard weg investiert, um die Verwandlung des Planeten voranzutreiben.
Zuletzt wird produziert: Jeder Spieler erhält entsprechend seiner Marker auf dem Playerboard Ressourcen, mit denen er schließlich wieder in die neue Runde startet: So wächst langsam das eigene Firmengeflecht zu einer Mega-Mega-Corporation heran.

Die Synergie-Maschinerie
Terraforming Mars ist ein Paradebeispiel für das Spiel-Genre des Engine-Builders: Das ganze Spiel über bauen und erweitern wir unsere Corporation. Je mehr wir dabei auf das Zusammenspiel der verschiedenen Kartensymbole und damit der Karten-Synergien achten und diese nutzen, desto stärker wirken unsere persönlichen Vorteile im Spiel.
Das ist auch die große Herausforderung des Spiels: Wer erkennt, welche Karten gut zusammenspielen, der ist klar im Vorteil.
Doch Strategie allein bringt nichts, denn die Spieler bleiben gleichzeitig auch immer etwas abhängig vom Glücksfaktor, denn die paar Karten, die man am Anfang jeder Runde erhält, werden zufällig gezogen.

Abwechslung
Da keine zwei Karten in dem Spiel völlig gleich sind, entwickelt sich auch jede Partie von Anfang an komplett anders. Schon die Wahl der eigenen Corporation (in Form von Anfangskarten) deutet eine gewisse Richtung an, in welche die Entwicklung der eigenen Mega-Firma gehen kann; festgelegt ist man dabei aber bei weitem nicht.
Zeitinvestment und Spielerfolg
Terraforming Mars ist kein kurzes Spiel. Je nach Spieleranzahl sollte man schon eineinhalb bis drei Stunden für eine Partie einplanen.
Für neue Spieler empfiehlt es sich, etwas mehr Zeit einzuplanen, denn den Überblick über die Kartenfähigkeiten zu erlangen und seine nächsten Schritte zu planen, kann etwas herausfordernd sein. Analyse Paralyse lässt grüßen. Wer bei der Spielerklärung konzentriert bei der Sache bleibt, sollte den Dreh aber schnell heraushaben.
Strategisch wichtig ist vor allem die Wahl der Karten, die man in der Forschungsphase erwirbt, und schließlich auch der Zeitpunkt, zu dem man diese Karten ausspielt. Häufig entscheidet hier das Timing über das Ausmaß des eigenen Erfolgs.

Noch ein Tipp für Einsteiger:
Da es letztlich keinen „richtigen“ Weg zum Ziel gibt (schließlich weiß niemand, welche Karten in den nächsten Runden gezogen werden), muss man sich irgendwann einfach für einen Weg / eine Aktion entscheiden…
Die Einsamkeit des Spielers
Dieses Spiel ist nicht jedermanns Sache – kein Spiel ist das.
Vor allem die Interaktion zwischen den Spielern kommt in dem Spiel sehr kurz. Berührungspunkte mit Mitspielern ergeben sich eigentlich nur durch die Beschränkungen auf dem Spielbrett, bzw. durch eine Hand voll Aktionskarten, mit denen man die gegnerischen Pläne gelegentlich leicht sabotieren kann.
Ansonsten spielt eigentlich jeder Spieler für sich: Mit dem Aufbau der eigenen Corporation hat man ohnehin alle Hände voll zu tun.
Und spannend bleibt es immer noch bis zuletzt, denn wer am Ende bei der Zählung der Siegpunkte (Terraform-Werte) die Nase schließlich vorn hat, ist während des Spiels oft kaum abschätzbar.
Solo
Der für manche negative Punkt der mangelnden Interaktion macht Terraforming Mars dann auch zu einem hervorragenden Solo-Spiel:
Man baut wie im normalen Spiel seine Engine auf und versucht dabei, innerhalb einer vorgegebenen Anzahl von Generationen / Runden seinen eigenen Highscore zu schlagen.
Ich darf aus eigener Erfahrung berichten: Auch das ist eine sehr befriedigende Beschäftigung.

Erweiterungen
Es gibt zum Basisspiel mittlerweile natürlich eine ganze Reihe von Erweiterungen und selbst ein Nachfolgespiel ist mittlerweile auf dem Markt.
Ich selbst besitze eine Reihe dieser Erweiterungen, wirklich essenziell und empfehlenswert aber ist die kleinste Box, nämlich Präludium:
FOTO Erweiterungen
Diese ermöglicht es, von Anfang an mit etwas mehr Ressourcen und Karten zu starten, sodass nicht erst ein paar Generationen vergehen müssen, bis das Spiel wirklich Fahrt aufnimmt. Alle anderen Erweiterungen finde ich schön, aber nicht nötig für das Spiel. – Das Grundspiel bietet so viele Karten und damit so viel Abwechslung, das reicht lange Zeit aus!



Fazit
Als SciFi-Fan liebe ich den Gedanken, den Mars besiedeln zu können, und dieses Spiel lässt mich das auf eine relativ realistische Art erleben. Zu sehen, wie das Zusammenspiel der Karten sich entfaltet und wie langsam die Temperatur auf dem Planeten steigt und man selbst und die Mitspieler davon profitieren, empfinde ich als unglaublich befriedigend.
Für mich ist Terraforming Mars deshalb auch nach Jahren immer noch ein Top-Spiel, das meine Sammlung wohl auch nie verlassen wird. Es ist wie ein treuer Freund, der mich ständig herausfordert, der mir aber auch auf die Schulter klopft und mir ein gutes Gefühl gibt.
Ich kann das Spiel deshalb nur wärmstens weiterempfehlen.

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