Selbst gemacht! Dice Trays und Token Trays

Lese Zeit: 4 Minuten

Spielen ist super. Und mit einfachsten Mitteln möglich. Aber ein bisschen Schnickschnack ist auch toll! Schließlich will ich die Monster mit meinem Würfelergebnis vom Brett fegen und nicht mit den Würfeln selbst.

Also muss ein Dice Tray her! Hübsche Teile gibt es da in allen erdenklichen Holzarten und Maserungen, lackiert, lasiert, geölt, gewachst, mit Leder und Samt ausgeschlagen, oder Hexagone aus Leder mit Samt ausgeschlagen oder für die, die es mehrstöckig mögen, Dice Tower….

Ich finde alle toll und kann mich nie satt sehen!

Wegen meiner Miniwohnung, Fernbeziehung und weit verstreutem Freundeskreis muss bei mir aber alles klein verstau- und transportierbar sein. Darum mag ich diese kleinen Quadrate mit den Druckknöpfen in den Ecken.

Trotzdem habe ich nie welche gekauft. Entweder haben mir die Stoffe nicht gefallen oder sie waren aus Neopren und haben gestunken. Also musste ich selbst welche nähen. (Auf der Spiel 2021 in Essen gab es dann einen Stand mit wunderschönen handgemachten Trays, aber da war ich schon in Produktion gegangen.)

Und wie das so ist, wenn man jemandem den kleinen Finger reicht….

Wenn ich dem Spielebaron ein paar Dice Trays gebe, fragt er kurze Zeit später nach Token Trays.

Für alle, die auch ganz dringend Dice Trays und Token Trays brauchen und eine Nähmaschine in der Nähe haben, kommt jetzt die Anleitung. Wer noch nie genäht hat, übt vorher an einem Stoffrest ein paar gerade Nähte und auch ein paar Kurven.

Nähanleitung

Als Erstes Schablone aus Packpapier oder Karton basteln: Spieleschachteln mit Bleistift umzeichnen (groß ca. 21 cm, klein ca. 12,5 cm, Fleißige können das auch messen und mit einem Lineal anzeichnen), Kanten abrunden (mit Glas oder Deckel) und ausschneiden.

Zweimal auf Stoff übertragen und ausschneiden. Zweimal auf Bügelvlies übertragen, ausschneiden und zum Verstärken jeweils auf die linken (inneren) Stoffseiten aufbügeln. (Ich lege immer ein Geschirrtuch auf das Vlies, weil das nicht so hohe Temperaturen verträgt.)

Wer noch nie ein Bügelvlies in der Hand hatte, kann mit einem Minischnipsel und einem Stoffrest ausprobieren, welche Seite klebt.

Die verstärkten beiden Stoffteile rechts auf rechts zusammenlegen (die schönen Seiten innen) und zusammenstecken. Mit der Nähmaschine im Gradstich zusammennähen. Zum Geradebleiben an Stoffkannte und Nähfuß orientieren und eine Wendeöffnung von ca. 4 cm lassen.

Nahtzugabe auf 5 mm zurückschneiden (außer an der Wendeöffnung) Durch die Wendeöffnung auf rechts krempeln und Kanten ausformen. (Mit Löffelstiel, Essstäbchen o.ä.)

Kanten glattbügeln, Nahtzugabe an Öffnung nach innen bügeln.

Knapp an der Naht absteppen. (Drumrumnähen.)

Ecken aufeinanderlegen und mit der Lochzange Löcher stanzen. (Oder irgendwie mit irgendwas Löcher bohren.) Der Abstand zur Ecke und zu den Rändern sollte gerade für die Größe der Druckknöpfe ausreichen.

Druckknöpfe mit Zange befestigen. (Es gibt auch Druckknöpfe zum Nähen.)

Tataaaa! Fertig!

Zum Schluss noch ein paar Tipps:

– Als Stoff verwende ich fast nur Reste aus anderen Nähprojekten, kaputte Jeans, alte Vorhänge und was sonst gerade wegmuss. Hauptsache, der Stoff ist nicht zu dünn.

-Damit ich nicht dauernd die Garnfarbe wechseln und nicht für jeden Stofffetzen extra Garn kaufen muss, nähe ich gern mit grauem Garn, das passt unauffällig zu fast allen Farben. Für sehr helle Stoffe nehme ich naturweiß.

-Weil die Nahtzugabe sowieso weggeschnitten wird, kann man zum Anzeichnen statt Schneiderkreide oder Stoffmarker auch einen Kugelschreiber nehmen, das schmälert die Einkaufsliste.

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