Sword of Fellows – Das Sword Art Online Würfelspiel

Lese Zeit: 6 Minuten

1-4 Spieler, ca. 30 Minuten, ab 10 Jahre;

Arclight Games, Designer: Seiji Kanai


Offline – online

In der bekannten Anime-Serie Sword Art Online (SAO) finden sich die Spieler des ersten vollvirtuellen Onlinespiels gleichen Namens von Beginn an in einer schlimmen Situation wieder:

Das Spiel selbst hat die Spieler gefangen genommen! Der virtuelle Tod eines Mitspielers bedeutet zugleich auch sein Ableben in der realen Welt, und ein Aussteigen aus der Spielwelt ist nur möglich, wenn man bis zum Endgegner vordringt und diesen auch besiegt!

Kirito und seine Freunde machen sich in der Serie also auf die gefährliche Reise durch die Level, um zum Bossgegner zu gelangen und endlich wieder frei zu sein…

Und dieses Online-Gefängnis in Form einer Fantasy-Spielwelt simuliert nun dieses kleine, feine Würfelspiel Sword of Fellows – und zwar offline! Das ist beinahe etwas surreal…

Spielaufbau

Hat man erst einmal akzeptiert, dass man dieses Onlinegefängnis hier analog durchspielt, dann kann man sich auch schon mit den Komponenten beschäftigen.

Die winzige Spielschachtel enthält eine ganze Menge an Material:

So erhalten wir:

  • 6 Charakterkarten
  • 10 Szenariokarten (3 für je eines der 3 Level im Spiel wowie 1 Bossgegner)
  • 8 quadratische Gegenstandskarten
  • 1 Unterstützungskarte
  • 14 Würfel (zum Teil individuell, jeder Charakter hat einen eigenen Spezialwürfel)
  • 30 Tokens (Schaden, Fähigkeiten etc.)

Das Spielfeld setzt sich aus vier Karten im Tarot Format zusammen, die die verschiedenen Levels von SAO darstellen, welche wir der Reihe nach durchlaufen müssen. Da für jedes Level zufällig jeweils eine aus drei verschiedenen Karten gezogen wird, ist so schon mal für einiges an Abwechslung und Wiederspielwert gesorgt.

Die Heldenkarten werden unter den Spielern aufgeteilt, wobei in jedem Spiel ein Spieler Kirito spielen muss: Der Hauptcharakter ist immer dabei und er ist es auch, der zuletzt im Kampf gegen den Endgegner überleben muss, damit schließlich alle gemeinsam das Spiel gewinnen.

(Im Solo-Spiel bedient einfach ein einzelner Spieler Kirito sowie einen weiteren Helden nach Wahl.)

Spielablauf

Das Spiel wird in Runden gespielt, wobei sich immer der Spieler, der gerade an der Reihe ist, mit einem Mitspieler verkettet:

Diese beiden Spieler werfen nun gleichzeitig ihre Würfel und versuchen dann, mit den geworfenen Augenzahlen eine bestimmte Anzahl von Würfelkombinationen entsprechend der Statkarte des aktiven Spielers zu erreichen.

Kirito etwa muss etwa immer zwei, vier, sechs oder acht gleiche Augenzahlen vorweisen, um seine Angriffe durchführen zu können. Der erzielte Angriffsschaden wird mit Hilfe von Markern auf die Gegnerkarte gelegt, dann fügt der Gegner seinerseits automatisch dem Angreifer Schaden zu -AUSSER die Spieler haben ALLE Würfel für ihre Angriffe aufgebraucht und kein Würfel ist übrig:

Dann nämlich kommt es zu einem sogenannten „Switch“, bei dem der verkettete Spieler den aktiven Part übernimmt, ohne dass der Gegner Zeit erhält, zurückzuschlagen!

Dieser Ketten- und Switch-Menchanismus bildet denn auch das Herzstück des kleinen Spiels:

Die Gegner sind unglaublich stark und der Lebenspunktevorrat der Helden ist doch sehr begrenzt. Ohne diese mächtigen Ketten-Kombos wäre man im Spiel gegen die Gegner chancenlos!

Also geht es folgerichtig darum, so viele Switches wie möglich durchzuführen, damit der Gegner gar nicht erst dazu kommt, seinen Schaden auszuteilen!

Und es ist erstaunlich, wie effektiv sich dabei dann auch dieses typische Arkaden-Spielgefühl einstellt, bei dem man eine Kombo nach der anderen raushaut, fast atemlos auf den Gegner eindrischt und hofft, dass dieser bloß keinen Fuß in die Tür kriegt! Das ist echt cool!

Levelstruktur

Die Gegner werden im Laufe der Levels immer stärker, das ist klar: So ist das nun mal mit Levels.

Aber auch die Helden wachsen mit der Zeit an ihren Aufgaben:

Zum einen kommen mit jedem freigeschalteten Level neue Würfel in den Würfelpool, sodass mehr und stärkere Kombos möglich werden. Außerdem werden auch neue Würfelkombinationen auf den Heldenstatkarten verfügbar.

Außerdem erhalten die Helden nach jedem erfolgreich abgeschlossenen Level auch noch eine Gegenstandskarte, die entweder einen Einmal-Effekt haben kann (etwa Heilung), oder ihnen einen dauerhaften Bonus gibt (Schwert).

Zuletzt steigt auch die Gesundheitsleiste der Helden: Sie vertragen dann auch mehr Schaden, wenn sie ein höheres Level erreicht haben.

Aber wie gesagt: All diese Verbesserungen sind auch bitter nötig, denn das Spiel ist absolut tödlich!

Arkadenspiel / Frustrationsgrenze

Je nach Heldenkombination kommt es vor allem im untersten (ersten) Level immer wieder vor, dass man sich am Gegner die Zähne regelrecht ausbeißt. Vor allem im Spiel zu zweit (oder solo mit zwei Helden) kommt es extrem auf den gewählten Partner für Krito an:

Denn manche Helden-Kombinationen sind einfach zu schwach, um merklich Schaden auszuteilen, was sich darin äußert, dass man kaum einmal alle Würfel in einen Angriffen einbauen kann, damit keinen Switch erzeugt und so schließlich dem Gegner Gelegenheit für einen tödlichen Gegenangriff gibt. Sind dann außerdem die Healthpoints des Partners auch noch eher gering, dann stirbt dieser oft schon vor dem zweiten Level und das Spiel ist aus!

Doch das ist eigentlich auch wieder okay, denn das Spiel läuft wirklich schnell.

Ist man zum Beispiel am ersten Gegner gescheitert, fängt man nach diesen drei Minuten halt von vorne an. Und das dann so oft, bis man das nächste Level erreicht hat; und so weiter und so fort.

Ab dem zweiten Level wird das Spiel übrigens etwas leichter, denn dann schalten die Helden ihren persönlichen Spezialwürfel frei, dessen Symbole perfekt zu den eigenen Eigenschaften passen. (Kirito etwa hat fast nur Sechsen auf seinem Würfel, und die kann er immer einsetzen, auch ohne Kombos.) Ein weiterer Würfel bedeutet außerdem auch grundsätzlich insgesamt mehr Möglichkeiten.

Allerdings hat man dann auch einen Würfel mehr, den man für Kombos verbrauchen muss. Immer noch gilt: Bleibt ein Würfel übrig, ist schnell Schicht im Schacht, wenn es den perfekten Switch versaut!

Level 1 Karte – „untere Ebene“

Endgegner

Wie bei jedem guten Computerspiel gibt es natürlich auch einen fast unschlagbaren Endgegner!

Der finale Boss ist wirklich hart, er kann ausschließlich von Kirito bekämpft werden (unter Zutun der Mitspieler), und er verlangt quasi ein Yazzie mit neun gleichen Würfelaugen!

Das ist fast unmöglich, aber mit ein paar Kniffen eben auch nur fast.

Fazit

Und so kommt es, dass man in diesem Spiel wirklich dauernd scheitert. Man rennt gegen die Level-Gegner an, teilt Schaden aus und stirbt und stirbt, immer wieder und wieder.

Dann lädt man aber sofort eine neue Partie in die analoge Konsole (der Reset des Spiels auf dem Tisch ist super-easy) und versucht es eben von Neuem.

Und irgendwann klappt es dann! Man kommt durch, hat endlich ein Level geschafft, knackt auch noch das nächste, man hat einen echten Lauf! Endlich, der finale Boss!!! OMG! …

So in etwa fühlt es sich an, SAO – Sword of Fellows zu spielen. Man muss es eben nur vertragen, auch am Ende, knapp vor dem Ziel noch grandios zu scheitern.

Aber das macht schließlich ein gutes Koop- / Solo-Spiel aus! Es darf auf keinen Fall zu einfach sein, muss einen guten Fluss haben und es muss die Spieler immer wieder neu herausfordern.

Und das tut Sword of Fellows auf jeden Fall.

Alle Regeln auf einem Blatt…

Nachtrag

Ich habe das kleine Spiel übrigens auf der Messe in Essen dieses Jahr erstanden (Spiel ´22), und zwar gleich in der Delux-Edition: Alle Karten sind in dieser Version in Foil! – Das macht nur leider auch das Fotografieren etwas schwierig…

Wer sich für die Messe an sich interessiert, findet hier jedenfalls in meinem Youtube-Video Messe-Tagebuch eine Menge Eindrücke!

Ansonsten wie immer:

Schönes Spiel und bis nächste Woche!

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