Tokaido – eine Reise wert?

Lese Zeit: 5 Minuten

Funforge Studio (2012); Autor: Antoine Bauza, Illustrationen: Naiade;

2-5 Spieler; ab 10 Jahre; ca. 30 bis 60 Minuten


Die Hauptstraße des 17. Jahrhunderts

In der Edo-Zeit (1603-1867) verband der Tokaido als eine der längsten und wichtigsten Straßen des Alten Japan auf der Insel Honshu die bedeutende Stadt Edo (heute Tokyo) mit der Kaiserstadt Kyoto.

Auf der etwa 200 Kilometer langen Strecke entstanden in dieser Zeit 53 Stationen mit Gasthäusern, Zoll- und Posteinrichtungen. Bis in die Gegenwart werden Teile der Straße für den täglichen Verkehr benutzt, andere Abschnitte stellen heute touristische Ausflugsziele dar.

Tokaido: 53 Stationen bis zum Ziel

Das Brettspiel

In Tokaido bereisen wir mit unserer gewählten Spielfigur eben diese traditionsreiche Straße, auf der sich alle möglichen Gelegenheiten bieten Punkte zu sammeln:

Wir können in Dörfern Souvenirs erstehen, oder uns mit anderen Reisenden unterhalten. Wir können an Aussichtpunkten Halt machen und das Panorama genießen. Wir können in Tempeln einkehren und dort etwas Geld spenden, und wenn unser Münzvorrat leer ist, können wir ihn bei einem der Bauernhöfe auf dem Weg (gedacht wohl gegen Arbeit) auffüllen. Heiße Quellen laden zur Rast ein, und schließlich gibt es auch noch eine Hand voll Gasthäuser, die mit ihren Köstlichkeiten auf unsere Einkehr warten.

Das Spielfeld ist einfach und klar aufgebaut, die Straße führt geradewegs vom Start zum Ziel. Die einzelnen Stationen können je nach Spieleranzahl nur begrenzt besetzt werden (bei zwei Spielern etwa nur eine Figur pro Feld), und wer auf der Straße am weitesten hinten ist, darf als nächstes seinen Zug durchführen.

Jedes einzelne dieser Felder steht damit auch für eine besondere Aktion, die man abhandeln kann, wenn man auf ihm landet. Jede Aktion bringt Punkte oder Geld, das auf anderen Feldern in Aktionen für Punkte investiert werden kann.

Auf diese Weise ergibt sich ein interessantes Entscheidungskarussell:

Je weiter vorne der Spieler seine Figur positioniert, desto später kommt er in der Folge auch erst wieder dran. Der Spieler, der nun ganz hinten in der Reihe ist, kann nun vielleicht auch mehrere einzelne Schritte machen, und so mehr Aktionen auf einmal erhalten, bis er wieder einen Mitspieler überholt hat.

Geht der Spieler hingegen mit seiner Spielfigur nicht weit genug nach vorne, erhält er vielleicht eine ersehnte Aktion oder wichtiges Geld nicht, weil er überholt wird und das Feld dann schon besetzt ist, wenn er wieder am Zug ist.

Die drei Gasthäuser auf dem Weg bilden übrigens Stationen, die diesen Kreislauf etwas durchbrechen, denn an ihnen müssen alle Spieler Halt machen: Wer möchte, kann hier für Punkte eine Mahlzeit zu sich nehmen, es gilt ebenfalls: Wer zuerst kommt, der hat die größere Auswahl.

Hier liegt die Reise erst noch vor uns…

Hübsch und klar

Das Spieldesign ist übersichtlich, funktional und aufgeräumt.

Die Karten mit den Souvenirs, den Mahlzeiten, den heißen Quellen und auch den Mitreisenden, mit denen wir unterwegs quatschen können, sind schön gestaltet, kleine Symbole geben unauffällig aber eindeutig immer Auskunft, welche Aktionsvarianten im Moment genau durchgeführt werden können.

Die Punkte werden dann sofort nach dem Abhandeln der Aktion auf der Siegpunkteleiste festgehalten. So hat man immer im Blick, wer gerade in Führung liegt. (Nur die Tempel-Spenden und die Bonuspunkte für vervollständigte Sets werden erst am Ende gezählt, die sollte man also auch immer mitbedenken.)

Die Panoramakarten können nach Motiven gesammelt werden und bilden schöne Landschaftsbilder, die Sets, die aus den verschiedenen Souvenirs zusammengesetzt werden können, sind ebenfalls sehr hübsch und man freut sich, wenn man eines von ihnen vervollständigen kann.

Das Spiel

Ich bin in diesem Spiel eine Niete. Irgendwie schaffe ich es immer, die falschen Entscheidungen zu treffen, egal, wie viel ich versuche vorauszudenken. Vor allem im Spiel zu zweit mag das Können hier eine größere Rolle spielen.

Aus zwei gezogenen Spielcharakteren darf der Spieler einen wählen.

Ich denke mal, je mehr Spieler beteiligt sind, desto besser funktioniert die Mechanik mit der Zugreihenfolge, denn zu zweit sind die Aktionen des Mitspielers doch etwas vorhersehbar. (Das Problem wird zwar weitgehend durch einen künstlichen Mitspieler mit einer dritten Spielfigur ziemlich gut behoben, es ist aber doch immer noch etwas spürbar.)

Insofern bin ich gespannt, es auch einmal in der Spielegruppe auszuprobieren! Denn der Herausforderungsgrad gefällt mir, die Optik ist ansprechend und bei einer Spielzeit von etwa 30 Minuten kann man auch nicht meckern.

Jetzt muss ich nur noch endlich auch mal gewinnen…

Der Weg ist schön, nicht allzu lang und gar nicht beschwerlich! So muss das sein…

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