Und schon wieder Weihnachten!

Lese Zeit: 5 Minuten

Weihnachten steht vor der Tür, draußen ist es kalt und grau, was gibt es schöneres?! Das Home-Office Gerümpel wird jetzt einmal zur Seite geschoben, unsere Sorgen sind unter die Schneedecke gekehrt, wir machen uns eine schöne Tasse Tee. Und damit setzen wir uns an den Spieltisch! Herrlich spannend entspannend!

Es ist ja mittlerweile ein abgedroschener Topos, dass der Advent eine besinnliche Zeit sei, meist ist er im Gegenteil geprägt von sinnlosem Herumgehetze und Ärger über schlechte Autofahrer, die mit Sommerreifen die Winterfahrbahnen verstopfen. Bei aller Ironie stimmt aber eines immer noch:

Man kann sich im Advent Zeit nehmen und auf die wirkliche wichtigen Dinge im Leben besinnen.

Für die meisten von uns gehören dazu die Menschen, die wir lieben: unsere Familie, unsere Freunde. Und wenn wir darüber nachdenken, stellen wir vielleicht auch fest, dass die Zeit, die wir mit diesen Menschen verbringen, die kostbarste ist, die wir in unserem Leben überhaupt haben.

Ebenso wichtig aber ist die Zeit, die wir mit uns selbst verbringen – wenn auch nicht so viel darüber gesprochen wird.

Zwar ist auch das ist ein alter Hut, aber er passt eben immer noch: Wer sich selbst nicht liebt, der tut sich schwer, andere zu lieben. Um sich aber selbst anzunehmen, muss man sich erst einmal wirklich kennen lernen. Was für eine Überleitung!

Denn bevor ich jetzt hier mit Küchenpsychologie loslege, komme ich doch gleich zum eigentlichen Thema für heute, das ihr alle sicherlich auch schon erwartet habt:

Weihnachtszeit ist Spielezeit

Gemeinsam Zeit zu verbringen ist grundsätzlich schön, aber nicht immer gibt es viel zu sagen, nicht immer verstehen wir einander, manchmal liegen auch Gräben zwischen uns, die verbal nur schwer zu überbrücken sind. Was gibt es da besseres, hilfreicheres oder schöneres als gemeinsam zu spielen?!

Mit Spielen lenken wir uns nämlich nicht nur vorm Alltag ab, wie manche glauben!

Wenn wir uns an den Spieltisch setzen und gemeinsam etwas erleben, so verbindet uns bereits alleine dieses Erleben miteinander! Der Spaß, die Spannung, selbst der Frust, wenn man einmal eine Partie verloren hat, schweißt uns zusammen, weil es etwas ist, das wir gemeinsam durchlebt haben.

Dabei muss es gar nicht unbedingt eine große, narrative Kampagne sein, die wir gemeinsam spielen, obwohl das natürlich eine ganz besonders intensive Erfahrung ist. Auch ein einfaches Kartenspiel mit den Lieben sorgt für eine feine Verbindung. Jeder, der mit den Eltern oder Großeltern schon einmal das berühmt-berüchtigte Familienkartenspiel gespielt hat, weiß sicher wovon ich rede. (Rommé, Kanaster, Doppelkopf, Schnapsen; eines davon gibt es in fast jeder Familie…)

Ein schöner Nebeneffekt aber fällt uns bei diesen Spielen in der Runde meist gar nicht auf, und doch ist er enorm wichtig:

Wir geben beim Spielen immer auch ein Stück von uns selbst preis, und wir lernen einander dadurch besser kennen!

Das geht im wahren Sinn des Wortes spielerisch.

Jede Aktion, jeder Spielzug, jedes Zögern und Handeln kommt aus unserem tiefsten Inneren. Nur wir werden genau diesen Spielzug auf diese Weise zu genau diesem Zeitpunkt durchführen; was immer wir tun, und wie wir es tun, erzählt bereits eine kleine Geschichte über uns selbst, und auch wenn das alles hauptsächlich unterbewusst geschieht, unsere Mitspieler nehmen das wahr und interagieren mit uns auch auf dieser Ebene.

Und das Spiel / die Spielwelt bildet dabei einen geschützten Rahmen, in dem wir uns gefahrlos bewegen und begegnen können, wie es unserer Natur entspricht.

Ist das nicht herrlich?! Ich will sofort wieder spielen!

Wenn´s mal nur mit Abstand geht

Aber auch wenn es zur Zeit immer wieder mal schwierig ist sich in größeren Gruppen zu treffen und im Spieleclub eine Zusammenkunft zu organisieren, der Aspekt des Kennenlernens funktioniert nicht, wenn wir uns physisch im gleichen Raum aufhalten!

Ich habe in früheren Jahren sehr viel am Computer gespielt, und gerade hier gibt es mittlerweile auch unendlich viele Möglichkeiten, sich zu einem Spiel online zu verabreden und gemeinsam Zeit zu verbringen, selbst wenn man räumlich noch so weit voneinander entfernt ist. Es spricht wirklich nichts gegen einen PC, eine Playstation, eine X-Box oder einen Nintendo, denn auch auf diese Weise können wir wunderbar in Welten eintauchen und gemeinsam Geschichten erleben!

Da ich aber nun mal ein Fan von Brettspielen bin, muss ich hier unbedingt den Tabletop Simulator auf Steam erwähnen, denn gerade in diesen Pandemie-Zeiten ist er ein Tool, das es Spielern auf der ganzen Welt erlaubt, bekannte Brettspiele miteinander zu spielen, und zwar einfach vom heimischen Computer aus!

Wie das geht?

Man besorgt sich das Programm – etwa auf der PC-Spieleplattform Steam und installiert es auf dem Rechner. Dann kann man sich die Spiele in einer Liste suchen, die man zu Hause auch spielen würde, wenn Leute da wären: Spirit Island, Gloomhaven, Descent; Flügelschlag, Terraforming Mars, Die Legenden von Andor; Die Siedler, Machi Koro, Dominion… Und die Liste der verfügbaren Spiele wächst ständig weiter!

Vor allem auch die kostenlosen Community-Projekte innerhalb des Tabletop Simulators (kurz übrigens TTS genannt) sind hier interessant: Nicht alle sind gleich gut gemacht, aber hier ein wenig Zeit zu investieren und sich durchzuprobieren lohnt auf alle Fälle.

Ist das geschehen, dann kann man sich einfach anmelden, eine eigene Spielegruppe erstellen (mit den Bekannten und Freunden, die gerade nicht da sondern eben dort sind), oder aber man steigt einfach in eine offene Gruppe ein und setzt sich an einen komplett neuen Spieltisch: Neue Leute, neue Erfahrungen, vielleicht auch neue Freundschaften warten hier!

Tabletop Simulator Homepage (Screenshot)

Was aber, wenn ich mich wirklich nicht an den Computer setzen will um zu spielen?

Solo

Ich habe hier im Blog schon des Öfteren beschrieben, warum gerade auch das Solo-Spiel so bereichernd sein kann. Wenn man dabei auch nicht andere besser kennen lernen kann, so lernt man doch eine Menge über sich selbst!

Und auch der Aspekt des Escapismus muss nicht immer schlecht sein: Abschalten vom Alltag, raus aus der Realität, rein in die Fantasie!

Das Eintauchen in eine fremde Welt voller Begegnungen und Abenteuer ist eine Bereicherung!

Und schließlich kann man nach einem ausgiebigen Solo-Run, gestärkt durch die Erfahrung ein unbezwingbarer Held zu sein, auch wieder das banale Arbeitszeug heranholen: Auf geht´s wackerer Recke! Bezwinge das Home-Office mit deinen magischen Waffen oder blastere mühsame Spreadsheets mit einer Laserpistole vom Tisch!! Worauf wartest du noch?


Empfehlungen

Im Folgenden habe ich nun eine kleine Liste zusammengestellt, für all jene, die noch nicht so recht wissen, was sie an Weihnachten mit ihren Lieben spielen oder was sie verschenken sollen. Auch für jene, die die Wintertage eher allein verbringen, oder die in einer Solo-Partie mal Ruhe und Entspannung suchen, ist etwas dabei.

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Danke, eine frohe Adventszeit weiterhin und spielt was Schönes!


  • Familienspiele / Casual Games:
  • Spiele für 2 Personen:
  • Escape-Room Spiele:
  • Expertenspiele / Workerplacement:
  • Solo Spiele:
  • Spiele mit Geschichten / Storylastige Spiele für Fortgeschrittene:
  • Spiele mit Miniaturen


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